Tanja Hoyer

Mein Blick geht nicht nur auf das, was sichtbar ist. Ich interessiere mich für die Geschichte dahinter, für Schutzstrategien, verborgene Bedürfnisse und die Frage, wer wir geworden sind. Wer bist Du wirklich? Ich bewerte nicht. Ich stelle Fragen. Ich arbeite mit Gefühlen, öffne Denk- und Erfahrungsräume, in denen Menschen sich selbst mit mehr Verständnis und weniger Scham begegnen können. Ich möchte die Essenz. Drunter mache ich es nicht. Und ich kann die Wahrheit aushalten.

In meiner Arbeit begleite ich Menschen, die spüren, dass sie an einem Punkt angekommen sind, an dem bisherige Erklärungen, Strategien oder Lösungen nicht mehr ausreichen. Menschen, die vielleicht schon viel über sich wissen, reflektiert sind und sich intensiv mit ihrer persönlichen Entwicklung beschäftigt haben und trotzdem merken: Irgendetwas stimmt „noch“ nicht. Ich möchte verstehen, was wirklich dahinterliegt.
Dabei geht es mir nicht darum, Menschen zu verändern oder ihnen zu erklären, was mit ihnen „nicht stimmt“. Ich möchte gemeinsam mit ihnen herausfinden, welche Geschichten, Erfahrungen und Schutzstrategien hinter ihrem heutigen Erleben stehen. Vieles, was wir heute als Persönlichkeit, Schwäche oder Problem betrachten, hatte einmal einen guten Grund. Es hat uns geholfen, Beziehungen zu gestalten, uns zu schützen, dazuzugehören oder schwierige Situationen zu bewältigen.
In meinen Räumen darf deshalb alles angeschaut und ausgesprochen werden – auch das, was sonst keinen Platz bekommt. Scham, Wut, Sehnsucht, Eifersucht, sexuelle Wünsche, Ambivalenz, Beziehungskonflikte, Untreue, Rückzug, Bedürftigkeit, Ängste oder Gedanken, die man sich selbst kaum eingestehen möchte. Es gibt keine Tabus.
Dabei bin ich nicht nur empathisch, sondern auch klar und ehrlich. Ich gebe Rückmeldungen und stelle Fragen, die manchmal unbequem sein können. Nicht, um zu provozieren oder jemanden zu verletzen, sondern um dort wieder Kontakt herzustellen, wo Menschen sich selbst aus den Augen verloren haben. Konfrontation bedeutet für mich nicht Angriff, sondern eine Einladung, genauer hinzuschauen.
Ich arbeite nicht ausschließlich über den Verstand. Gefühle, Geist, Körper, Beziehung und die eigene Lebensgeschichte gehören für mich zusammen. Meine langjährige Erfahrung in der Sexarbeit hat meinen Blick auf Sexualität, Scham, Nähe, Macht, Projektionen und gesellschaftliche Vorstellungen von Sexualität wesentlich geprägt. Auch meine eigene Lebensgeschichte und die Auseinandersetzung mit meinen Erfahrungen und daraus entstandenen Ressourcen fließen bewusst in meine therapeutische Haltung ein.
Ich verstehe mich dabei ein Stück weit als Übersetzerin: Ich helfe Menschen, Worte für etwas zu finden, das sie bisher vielleicht nur gespürt, vermieden oder gar nicht verstanden haben. Wenn aus einem diffusen „Irgendwas stimmt nicht“ plötzlich ein klares „Jetzt verstehe ich, warum ich so reagiere“ wird, entsteht etwas Entscheidendes: Selbstverständnis, Selbstwirksamkeit, Wahrheit.

Menschen bekommen bei mir nicht einfach eine weitere Methode oder eine Sammlung von Tipps. Sie bekommen einen Raum, in dem sie sich selbst ehrlich begegnen können.
Sie lernen,
– sich selbst und ihre eigenen Muster besser zu verstehen,
– ihrer Wahrnehmung und ihren Gefühlen wieder mehr zu vertrauen,
– Bedürfnisse zu erkennen und auszusprechen,
– Grenzen wahrzunehmen und zu setzen,
– Worte für bisher Unsagbares zu finden,
– alte Schutzstrategien zu verstehen, ohne sich dafür abzuwerten,
– zwischen eigenen Bedürfnissen und übernommenen Erwartungen zu unterscheiden,
– Beziehungen bewusster und selbstbestimmter zu gestalten,
– Sexualität ohne Scham und ohne vorgegebene Vorstellungen zu betrachten,
– Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen,
– und herauszufinden, welche Muster ihnen heute noch dienen – und welche sie vielleicht nicht mehr brauchen.