Wenn mich heute jemand fragt, was ich beruflich mache, muss ich meistens erstmal lachen. Nicht, weil ich keine Antwort habe, sondern weil es keine kurze gibt. Ich arbeite im Bereich Coaching und begleite Menschen, die erschöpft sind, die lange funktioniert haben und irgendwann merken, dass es so nicht weitergeht. Gleichzeitig habe ich mit dem menschen:raum einen Ort für mentale Gesundheit, persönliche Entwicklung und Begegnung in Esslingen aufgebaut. Was viele dabei nicht erwarten: Ich bin promovierte Maschinenbauingenieurin.
Ein Weg, der lange klar aussah
Mein beruflicher Weg sah lange ziemlich klar aus. Ich habe Materialwissenschaften studiert, einen interdisziplinären Studiengang zwischen Physik, Chemie und Ingenieurwissenschaften, und meinen Master mit Auszeichnung abgeschlossen. Danach ging es ans Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wo ich promoviert habe – in Kooperation mit der BASF. Später habe ich am Fraunhofer-Institut gearbeitet und eine Innovationsplattform mit aufgebaut.
Von außen betrachtet ergibt das einen sehr geradlinigen Lebenslauf. Und gleichzeitig war da schon damals eine andere Frage, die mich mehr interessiert hat als jede fachliche Tiefe: Wie entstehen eigentlich Strukturen, die nicht nur funktionieren, sondern Menschen wirklich tragen?
Wer möchte, kann übrigens auch heute noch tiefer in meine damalige Forschung eintauchen – meine Dissertation ist sogar bei Thalia bestellbar 😉
zur Dissertation / Thalia
Wenn funktionieren nicht mehr reicht
Während dieser Jahre hat sich etwas entwickelt, das ich lange selbst nicht richtig einordnen konnte. Nach außen lief vieles gut – Karriere, Promotion, Familie. Und gleichzeitig wurde mir immer bewusster, wie viele Menschen dauerhaft über ihre Grenzen gehen.
Erschöpfung zeigt sich nicht immer offensichtlich. Oft versteckt sie sich hinter einem Alltag, der irgendwie funktioniert. Ich kenne das nicht nur aus Beobachtung, sondern aus eigener Erfahrung. Meine eigenen Berührungspunkte mit Depression und mentaler Überlastung haben meinen Blick auf Arbeit, Leistung und Gesundheit nachhaltig verändert.
Plötzlich ging es nicht mehr darum, was beeindruckend aussieht, sondern darum, was Menschen wirklich hilft.
Die Fragen, die geblieben sind
Mit dieser Veränderung kamen neue Fragen. Warum finden so viele Menschen keinen passenden Zugang zu Coaching oder Unterstützung, obwohl es so viele Angebote gibt? Warum bleiben so viele mit ihrer Überlastung allein? Und warum fehlt es an Orten, die nicht nur einzelne Leistungen anbieten, sondern ein Umfeld schaffen, das trägt?
Gleichzeitig habe ich gesehen, dass auch viele Selbstständige im Gesundheits- und Coachingbereich genau das suchen – und dennoch oft isoliert arbeiten. Viel Engagement, viel Qualität – aber wenig Verbindung.
Wie der menschen:raum entstanden ist
2024 habe ich mich mit Coaching und Beratung in Esslingen selbstständig gemacht, mit dem Fokus auf Menschen, die an einem Punkt stehen, an dem es so nicht weitergeht. Eigentlich brauchte ich dafür einfach nur passende Räume.
Doch aus dieser Suche ist Schritt für Schritt etwas anderes entstanden: die Idee vom menschen:raum. Ein Ort für mentale Gesundheit in Esslingen, für persönliche Entwicklung, für Workshops und Kurse, aber auch für echte Begegnung.
Mehr über den menschen:raum und unsere aktuellen Angebote findest Du hier:
Website menschen:raum
Angebot, Kurse & Events
Warum daraus ein Sozialunternehmen geworden ist
Relativ schnell wurde klar, dass es dabei nicht nur um Räume im klassischen Sinne geht. Es geht um die Frage, wie wir Arbeit, Gesundheit und Gemeinschaft anders denken können.
Deshalb ist der menschen:raum heute als gemeinnützige GmbH aufgestellt. Nicht als formaler Schritt, sondern als bewusste Entscheidung. Weil ich davon überzeugt bin, dass soziale Wirkung Struktur braucht und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig sein muss, um langfristig bestehen zu können.
Mehr zu unserer Haltung und wie wir einen sicheren und wertschätzenden Raum gestalten, findest Du hier:
zu unserem Schutzkonzept
Was sich durch alles zieht
Wenn ich heute zurückblicke, wirkt mein Weg weniger wie ein Bruch, als es vielleicht von außen erscheint. Das Thema war eigentlich immer da: Menschen zusammenzubringen, Strukturen zu schaffen, die tragen, und Räume zu ermöglichen, in denen Entwicklung stattfinden kann.
Früher im Kontext von Forschung und Innovation, heute im menschen:raum in Esslingen – mit einem klaren Fokus auf mentale Gesundheit, Coaching und persönliche Entwicklung.
Warum ich das teile
Ich teile das, weil viele Lebensläufe nicht so geradlinig sind, wie sie nach außen wirken. Und weil ich glaube, dass wir mehr Ehrlichkeit brauchen. Über Überforderung, über Umwege und über die Momente, in denen etwas nicht mehr funktioniert.
Vielleicht liest das hier gerade jemand, der selbst an so einem Punkt steht. Dann ist das kein Scheitern, sondern oft der Anfang von etwas, das näher an dem ist, was wirklich passt.
Der menschen:raum ist aus genau solchen Momenten entstanden. Als Ort für Menschen, die wieder bei sich ankommen wollen. Und als Raum in Esslingen, in dem mentale Gesundheit, persönliche Entwicklung und echte Begegnung zusammenkommen.